Frage von Coris Airport: Kann einen mangelnde Spiritualitaet in eine Depression stuerzen?
Ich habe gerade festgestellt, dass meine klinische Depression begann, als ich meine Spiritualitaet verlor.
Das geschah, indem ich ein Buch las.
Kann sowas sein?
Welches Buch das war? Der Da Vinci Code. Ein harmloser Roman, aber er kurierte mich gruendlich.
Welches Buch das war? Der Da Vinci Code. Ein harmloser Roman, aber er kurierte mich gruendlich.
Beste Antwort:
Answer by Leon
Nein … aber Depressionen können einen in Spiritualität flüchten lassen, oft lange bevor sie ausbricht.
Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ich mir eine Erklärung für die Welt auf Basis spiritueller Vorstellungen aneigne. Aber das wird ungesund, wenn ich deshalb rationale Sichtweisen und Erklärungen umgehe.
An irgend etwas muss wohl jeder glauben, seien es spirituelle, religiöse oder politische Ideen oder Erklärungsmodelle.
Für eine gewisse Zeit muss das auch gar nicht schlecht sein.
Die Gefahr besteht darin, dass man sich auf diese Weise auf lange Sicht die Genesungschancen verschlechtert, weil man sich auf etwas stützt, das selbst von der eigenen angeschlagenen Gesundheit abhängt.
Depression im klinischen Sinne braucht viel Zeit und viele kleine Schritte vorwärts … und man muss erneut lernen, auch mit Rückschlägen so umzugehen, dass man sich durch diese nicht wieder in die Flucht schlagen lässt.
Wenn es also hilft, zum Beispiel den Tagesablauf zu gestalten (Rituale, Gebetsstunden, Gottesdienste besuchen und so weiter), dann kann man diese Hilfe vorübergehend ruhig annehmen.
Letztlich ist es für einen Ertrinkenden ja auch völlig egal, womit er sich so lange über Wasser hält, bis er wieder genügend Kraft hat, ans rettende Ufer zu schwimmen … eine Depression will mir ja nur einreden, dass da gar kein rettendes Ufer ist oder dass ich zu schwach bin, die Küste zu erreichen.
Aber das stimmt ja gar nicht.
Das ist nur ihre “Reklame” und eine Furcht, die in mir entstanden ist und mir Aussichtslosigkeit vorgaukelt.
Deshalb ist therapeutische Begleitung so lange so wichtig, damit ich immer wieder ein rationales Korrektiv habe, dass mir dabei hilft, mich wieder so zu finden, wie ich bin.
Also Ohren steif halten und tapfer voran … jeden Tag ein kleines Stückchen. Irgendwann bist du auch damit durch und du wirst dich wahrscheinlich wundern, wie viel du dann über dich und andere Menschen gelernt hast … auch wenn das eine ziemlich ruppige Methode ist, zu lernen^^
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